Cybersecurity ist mehr als eine Firewall
Die Digitalisierung bietet Schweizer KMU viele Vorteile. Ob E-Mail, Telefonie, Cloud-Anwendungen, Online-Shop oder digitale Kundenverwaltung: Ein grosser Teil der täglichen Arbeit hängt heute von einer funktionierenden IT-Infrastruktur ab.
Doch was passiert, wenn diese plötzlich nicht mehr verfügbar ist?
Vielleicht ist die Website nicht mehr erreichbar. Mitarbeitende können nicht mehr auf wichtige Dokumente zugreifen. Die Telefonanlage fällt aus oder ein Cyberangriff verschlüsselt geschäftskritische Daten.
Solche Situationen sind nicht nur ein technisches Problem. Sie können Kundenbeziehungen belasten, Aufträge verzögern und zusätzliche Kosten verursachen.
Die Schweizer Studie «KMU Cybersicherheit 2026», veröffentlicht am 22. Oktober 2026, zeigt, dass Cyberrisiken wieder stärker in den Fokus rücken. 46 Prozent der befragten KMU stufen Cybersicherheit als wichtig oder sehr wichtig ein. Im Vorjahr waren es noch 33 Prozent.
Besonders bemerkenswert: Obwohl neun von zehn Unternehmen regelmässig Datensicherungen durchführen, überprüft nur etwa jedes vierte KMU, ob sich die gesicherten Daten tatsächlich wiederherstellen lassen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur, wie gut ein Unternehmen geschützt ist. Sondern auch, wie schnell es nach einem Ausfall wieder arbeiten kann.
Quelle: Bundesamt für Cybersicherheit BACS – KMU Cybersicherheit 2026
Backups sind wichtig – die Wiederherstellung ist entscheidend
Regelmässige Datensicherungen gehören zu den wichtigsten Grundlagen der IT-Sicherheit. Sie helfen, Datenverluste nach einem technischen Defekt, einem Bedienfehler oder einem Sicherheitsvorfall zu begrenzen. Allerdings ist ein Backup allein noch keine Garantie dafür, dass der Betrieb rasch weiterlaufen kann.
Entscheidend sind drei Fragen:
- Sind die Backups aktuell? Wie viel Arbeit würde verloren gehen, wenn die Daten von gestern oder sogar von letzter Woche wiederhergestellt werden müssten?
- Sind die Sicherungen geschützt? Können Angreifer auch auf die Backups zugreifen und diese löschen oder verschlüsseln?
- Funktioniert die Wiederherstellung? Wurde bereits getestet, ob sich die Daten vollständig und innerhalb einer akzeptablen Zeit zurückspielen lassen?
Gerade der letzte Punkt wird häufig unterschätzt. Eine Sicherung, die im Notfall nicht wiederhergestellt werden kann, hilft wenig. KMU sollten deshalb regelmässig prüfen, ob ihre Datensicherungen funktionieren, wer für die Wiederherstellung verantwortlich ist und welche Systeme zuerst wieder verfügbar sein müssen.
Updates und sichere Zugänge nicht vernachlässigen
Viele Cybervorfälle lassen sich durch konsequente Sicherheitsmassnahmen verhindern oder zumindest erschweren.
Dazu gehören regelmässige Updates von Betriebssystemen, Anwendungen und Netzwerkgeräten. Sicherheitslücken sollten möglichst zeitnah geschlossen werden. Das gilt für Arbeitsplatzcomputer ebenso wie für Server, Webanwendungen und andere internetverbundene Systeme.
Auch die Zugangssicherheit spielt eine zentrale Rolle.
Ein starkes Passwort allein reicht nicht immer aus. Wo immer möglich, sollte die Mehrfaktor-Authentifizierung aktiviert werden. Ein Passwortmanager hilft zusätzlich dabei, für jeden Dienst ein eigenes, starkes Passwort zu verwenden.
Ebenso wichtig ist der Umgang mit verdächtigen E-Mails, unerwarteten Anhängen und ungewöhnlichen Anmeldeaufforderungen. Mitarbeitende sollten wissen, wie sie solche Nachrichten erkennen und an wen sie sich im Zweifelsfall wenden können.
Technische Schutzmassnahmen und sensibilisierte Mitarbeitende ergänzen sich. Keine der beiden Seiten sollte vernachlässigt werden.
Was passiert, wenn das Internet ausfällt?
Nicht jeder IT-Ausfall ist ein Cyberangriff. Auch eine beschädigte Leitung, eine Störung beim Anschlussanbieter oder ein Defekt am Router können den Betrieb empfindlich beeinträchtigen.
Besonders problematisch wird es, wenn mehrere Dienste gleichzeitig betroffen sind: E-Mail, Cloud-Anwendungen, Internet-Telefonie und der Zugriff auf externe Geschäftssysteme.
Für Unternehmen, die auf eine stabile Verbindung angewiesen sind, kann ein LTE-Backup eine sinnvolle Ergänzung sein.
Hostcity bietet mit dem LTE-Backup eine Fallback-Lösung, bei der eine mobile Datenverbindung bei einem Ausfall des Hauptanschlusses automatisch übernehmen kann. Voraussetzung ist eine passende Installation und ausreichende Mobilfunkabdeckung am Standort.
Eine solche Lösung ersetzt keine vollständige Notfallplanung. Sie kann aber helfen, wichtige Arbeitsabläufe und internetbasierte Dienste bei einer Störung weiterzuführen.
KMU sollten deshalb prüfen, welche Systeme auch bei einem Ausfall der Hauptverbindung verfügbar bleiben müssen und ob eine alternative Verbindung dafür ausreicht.
Die KMU-Checkliste: Fünf Massnahmen für mehr Cyberresilienz
Mit diesen fünf Schritten können Unternehmen ihre Vorbereitung auf einen IT-Ausfall verbessern.
- Backups überprüfen: Sicherstellen, dass wichtige Daten regelmässig gesichert werden und sich die Sicherungen tatsächlich wiederherstellen lassen.
- Sicherheitsupdates einplanen: Betriebssysteme, Anwendungen und Netzwerkgeräte aktuell halten und bekannte Schwachstellen zeitnah beheben.
- Zugänge absichern: Mehrfaktor-Authentifizierung aktivieren, sichere Passwörter verwenden und Zugriffsrechte regelmässig überprüfen.
- Notfallplan erstellen: Verantwortlichkeiten, Kontaktpersonen, Prioritäten und alternative Kommunikationswege schriftlich festhalten.
- Ausfallsicherheit prüfen: Klären, wie Internet, Telefonie, Daten und wichtige Anwendungen bei einem Ausfall weiterbetrieben oder wiederhergestellt werden können.
Wer diese Punkte regelmässig überprüft, schafft eine solide Grundlage für einen widerstandsfähigeren IT-Betrieb.
Fazit: Vorsorge ist besser als Improvisation
Cyberresilienz bedeutet nicht, jeden Ausfall verhindern zu können. Es geht darum, Risiken zu reduzieren, vorbereitet zu sein und nach einer Störung möglichst schnell wieder handlungsfähig zu werden.
Dazu braucht es mehr als einzelne Sicherheitsprodukte. Entscheidend ist das Zusammenspiel von zuverlässiger Infrastruktur, aktuellen Systemen, funktionierenden Backups, klaren Zuständigkeiten und einem realistischen Notfallplan.
Für Schweizer KMU lohnt es sich, diese Fragen frühzeitig zu klären – bevor ein Ausfall den Geschäftsalltag bestimmt.
Hostcity unterstützt Unternehmen mit Internetzugängen, LTE-Backup, Hosting, Cloud-Lösungen und Telefonie aus einer Hand. Als Schweizer IT-Anbieter helfen wir dabei, die digitale Infrastruktur passend zu den betrieblichen Anforderungen aufzubauen.
Wie gut ist dein Unternehmen auf einen IT-Ausfall vorbereitet? Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die eigenen Abläufe zu überprüfen.
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